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Waldgedanken (II)

Hallo zusammen,

meine Kampfhose und Stiefelsocken waren gewaschen und getrocknet, der Dreck war gründlich vom schwarzen Leder der Stiefel entfernt worden und es stand ein, weniger erfreulich, Krankenbesuch an. Hierzu mussten mein Mann und ich eine ziemlich lange Anfahrt in Kauf nehmen und wir sahen uns schon bald auf der Landstraße quer durch den Pfälzer Wald.

Zunächst kamen wir in Ramstein an der Airbase der Amerikaner vorbei, die Baracken entlang der Autobahn versprachen dutzende junger US-Soldaten, die auf ihren Dienst warteten. Was auch immer in diesem Moment in den Gebäuden passierte – ich würde es nicht erfahren (nun ja, mehr Anklang findet bei mir sowieso das Flecktarnmuster der Deutschen Jungs, in dem Fall bin ich wohl patriotisch veranlagt).

Wir fuhren weiter und verließen die Autobahn Richtung Rockenhausen, immer der B48 entlang Richtung Bad Kreuznach. Die paar wenigen Orte, die wir durchqueren, waren kleine Ansammlungen von herausgeputzten Häusern, wie man sie in vor allem in landwirtschaftlich geprägten Teilen Deutschland kennt und als „idyllisch“ bezeichnen würde. Dazwischen, davor und dahinter erstreckten sich enorme Waldgebiete. Dichter, grüner, blickundurchlässiger Wald.

Verwunschene Märchenwälder, in denen ich plötzlich stand, ganz in Uniform ausgerüstet, das Koppeltragegestell über der Splitterschutzweste gezogen, darauf den Rucksack geschultert und mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter unterwegs. Wir stapften durch das Dickicht immer tiefer hinein und erreichten eine kleine Lichtung, die unsere Stellung bilden sollte. Zelte wurden schnell aufgebaut und ein Feuer entzündet, um das sich schon bald alle versammelten. Jäh unterbrochen wurden wir von der Information, das eine gegnerische Bande auf dem Weg zu uns war, die es galt, abzufangen. Schnell wurde Tarnschminke herausgesucht und wir verschmolzen noch mehr mit dem Hintergrund der Bäume. So getarnt schlichen wir weiter ins Unterholz, darauf bedacht, kaum Geräusche entstehen zu lassen. Unser Kommandant wies uns mit einem Fingerzeig an, nun den weiteren Weg gleitend fortführen zu müssen und so sahen wir uns alle auf dem Boden wieder. Wir rutschten über den Erdboden in Richtung eines Bachlaufs, der durch sein Plätschern auf sich aufmerksam machte. Der Boden wurde zusehends schlammiger. Der Kampfanzug sog sich langsam mit der Feuchtigkeit voll, die er dem weichen Boden entzog. Die Stiefel patschten immer wieder in den Dreck, so dass dieser davonspritzte. Am Bach angekommen, robbten wir so noch ein Stück am Ufer entlang durch den Sumpf und der feine Schlamm kroch langsam durch alle Fasern herein, bevor wir gebückt an einer geschützten Stelle das Wasser überqueren konnten. Frisches Wasser ergoss sich über das schlammverkrustete Leder der Stiefel. Ein Schritt weiter und eine tiefere Stelle verschlang Fuß und Stiefel bis zum Knie. Sofort lief ein kalter Schwall über den Stiefelrand, beim weiteren Auftreten sank zunächst die Sohle im tiefen Matsch des Grunds und danach der Fuß in der durchnässten Socke. Endlich am anderen Ufer angekommen ging es ein paar Meter weiter, doch waren wir entdeckt worden: Aus dem Gebüsch vor uns erhob sich ein gegnerischer Trupp und wir waren umzingelt. „Hinknien“ lautete der Befehl und wir befolgten diesen. Wir sanken mit den Knien in den feuchten Boden und leisteten keinen Widerstand. Nass und dreckig hoben wir die Arme und verschränkten die Hände am Hinterkopf. Danach wurden wir angewiesen, die Gasmasken aufzuziehen. Wir folgten auch dem. Ein paar unserer Gegner traten hervor und verklebten die Sichtscheiben mit Panzertape. Wir sahen nun nichts mehr. Handschellen klickten. Und ich stellte fest, dass mich ein Schauer überkam. Ich war unglaublich geil.

„Sie haben ihr Ziel erreicht“ stellte die etwas zu schrill eingestellte Stimme des Navigationssystems fest und riss mich unmittelbar aus meinen Gedanken. Ein wenig missmutig stieg ich auf dem Parkplatz aus dem Auto und musste lächeln. Schließlich wusste ich genau, an welcher Stelle ich bei der Rückfahrt weiterzuträumen hatte.

In diesem Sinne – wegtreten! MkG Stefan.

Waldgedanken (I)

Hallo zusammen,

an den vergangenen Wochenenden habe ich wieder so richtig Lust darauf bekommen, mal wieder durch den Wald zu streifen, irgendwo das Zelt aufzuschlagen, den Sternen beim Aufgehen zuzusehen und in Uniform unter Flecktarnplane einzuschlafen. Das hat gar nicht unbedingt sexuelle Aspekte, auch wenn ich auf Sex in Uniform oder das Tragen der Kleidung als Einstieg in Bondage/SM-Spiele nicht verzichten möchte. In diesem Fall ist es jedoch mehr der Wunsch, ein Gefühl auszuleben, das jeder, der den Uniformfetisch hat, vermutlich nachvollziehen kann: Uniform dort zu tragen, wo sie hingehört und dabei den romantisierten positiven Aspekt des Soldatenlebens nachempfinden. Ja, die harten Kerle in oliv können auch Gefühl…

Grund dafür war einmal mehr ein Hund. Als Hundesitter ist man gezwungen, auch bei schlechtem Wetter mit dem Besuch eine Runde laufen zu müssen. Wenn es an dem Wochenende auch noch regnet, dann ist man quasi gezwungen, sich wetterfest anzuziehen. Also Stiefelsocken an, rein in die Kampfhose, Stiefel fest zubinden und wenigstens noch ein olives Shirt anziehen. Auf Drängen meines Partners zog ich eine schwarze Kapuzenjacke drüber, so dass ich nicht ganz wie im Einsatz aussehen würde, auch die Hosenbeine hingen über den Schaft und endeten nicht, wie es korrekterweise hätte sein müssen, umgekrempelt darüber. Räuberzivil, sagt man glaube ich dazu.

Die Temperaturen waren mild und der Hund, eine junge Retrieverhündin, wild. Gingen wir zunächst noch die Straße entlang, bogen wir endlich in ein Waldstück ein. Am Wegesrand plätscherte fröhlich ein Bach. Es dauerte nicht lange, und der Hund machte einen gewaltigen Satz in das knöcheltiefe Nass. Wir waren davor gewarnt worden, dass sie eine Wasserratte sei. Ich also hinterher. Die Stiefel schmatzten im Schlamm, wirbelten im Wasser Dreck auf sanken ein. Mit einem Ruck zog ich den Fuß heraus und stapfte mit dem Retriever weiter, neben dem Fußweg entlang durch den Bach. Die Hosenbeine, nicht hochgekrempelt, sogen das Wasser auf und zogen langsam die Hose schwer nach unten. Doch störte dies nicht, wir planschten weiter, wobei ich mich an die Uferzone zurückzog und somit mehr durch den Matsch stapfte und meine Sohlen interessante Abdrücke im Boden hinterließen. Ein herrlicher Moment!

Schließlich kamen wir an das Ende des Nass’ und gingen weiter in den Wald wieder Richtung Heimweg. Endlich ergoss sich die riesige Regenwolke, die uns die ganze Zeit begleitet hatte, doch unter dem Blätterdach bekamen wir nur einige wenige Tropfen ab. Der Weg war jedoch schon längst vollgesogen vom Regen der vergangenen Tage und so quoll auch hier der Dreck unter den Sohlen hervor. Trotz Regens blieben die Temperaturen angenehm warm und ich genoss den Geruch des nassen Waldes und freute mich, diesen Moment mit meinem Partner zu teilen, den ich ohne Hund vermutlich nie in eine solche Lage gebracht hätte. In meiner Vorstellung sah ich mich mit ihm tief im Wald in Uniform unter der Dackelgarage liegen, ein Bier in der Hand, die verschlammten Stiefel noch immer an, der Hund in unserer Nähe. Wir redeten die halbe Nacht miteinander, lauschten den Geräuschen von Regen und Wald und schliefen schließlich ein…

Fortsetzung folgt!

In diesem Sinne – wegtreten! MkG Stefan.