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Vangardist und ein bisschen Fetisch

Hallo zusammen,

das Online-Hochglanzmagazin „Vangardist“ hat in seiner aktuellen Ausgabe Heftnummer 10 ein Thema auf die Titelseite genommen, dass unser Interesse wecken dürfte: Militär und Homosexualität.

Die aktuelle „Don’t ask, don’t tell“-Diskussion in den USA bezüglich Schwule bei der Army gilt als Aufhänger des Themas. Im ersten Teil der Berichte geht es also um die Situation von Soldaten in Amiland, aber es wird auch ein Blick nach Deutschland und Österreich geworfen und kurz angerissen, wie es den schwulen Jungs der Truppe geht. Am Ende des Artikels wird auf eine „im Verborgenen blühende bizarre Fetisch-Kultur verwiesen“. Es wird auf eine Seite von „Major Hardon“ hingewiesen, die nichts anderes ist als eine Bezahlwebsite, auf der man sich dann Jungs beim Sex ansehen kann, wo sich mir der Zusammenhang zu einer Fetischseite aufgrund der dort gezeigten Bilder nicht wirklich erschloss (außer vielleicht für die Zielgruppe „Ich-hab-eine-KIK-Tarnhose-im-Schrank-hab-ich-jetzt-einen-Uniformfetisch?“). Da gibt es, auch für Uniformfreunde,  interessantere Seiten (die dann nicht amerikanisch weichgespült sind), aber die haben wohl nicht für Werbung zahlen wollen. Der nächste „Linktipp der Redaktion“ verweist dann auf eine Seite, die sich „Militarygayblog“ nennt und eigentlich das Gleiche wie Major Hardon darstellt, nur dass man den Bezahlinhalt nicht sofort erkennt, da das Ganze als Blog aufbereitet wurde.

Entschuldigung wenn ich hier einhake, aber was haben zwei Bezahlwebsites mit einer Fetisch-Kultur zu tun? Da hätte die Redaktion vielleicht eher mal auf Gayarmy schauen sollen oder auf die Fetisch-Gruppen der blauen Seiten. Die genannten Seiten dürften unsereins kaum ansprechen. Von einer „bizarren“ Eigenart zu sprechen zeugt zudem davon, dass die Autoren keine Ahnung haben, was sie tippten und tendenziell wohl eher eine persönliche Wertung einbringen wollten. Wenn es danach geht, wird wohl jeder Fetisch irgendwo bizarr sein.

Danach folgt eine Bilderstrecke, auf die ich mich an sich sehr gefreut habe, die aber sogleich sehr ernüchternd ausfällt. War im Editorial noch versprochen, dass man die Models in den Schlamm schicken würde und meine Fantasie diesen Umstand bereits fröhlich ausschmückte, werden auf den Bildseiten doch eher Jungs gezeigt, die mal ein wenig grimmig kucken sollen und ansonsten Designware vorstellen. Schade drum.

Interessant wird es dann aber doch noch: Ein Interview mit dem schwulen, deutschen Offizier Manfred Meyers, Oberst im Ruhestand. Er erzählt, wie es war, als schwules Truppenmitglied bei der Bundeswehr zu sein. Leider wären auch an dieser Stelle ein paar ansprechendere Bilder nett gewesen…

Fazit: Dass sich ein schwules Magazin dem Thema Militär und Homosexualität annimmt, finde ich prima. Dass dieses Magazin mit dem Thema in Bezug auf Fetisch jedoch offensichtlich nicht umgehen kann, ist schade. Aber was soll’s – dazu gibt es ja andere Informations- und Inspirationsquellen im Netz – auch mit kostenlosem Inhalt. Und was meint Ihr dazu?

In diesem Sinne – wegtreten! MkG Stefan.

Unter Beschuss

Hallo zusammen,

eines vorweg: Eigentlich ist dieser Blog unpolitisch gedacht und will sich nicht zur aktuellen Weltlage oder Einsätzen der Bundeswehr äußern. Letztlich bleibt es bei dem Hobby aber nicht aus, dass man sich auch mit der Truppe ein wenig näher beschäftigt und die Nachrichtenlage verfolgt.

Ich möchte es auch so beibehalten, und mich nicht zu den unsäglichen Debatten bzgl. Afghanistan-Einsatz und Tanklaster-Beschuss äußern, die von deutschen Medien und einigen Politikern, allen voran denen der LINKEN, die sich drei Stunden nach dem Bombardement schon äußern konnten, ohne die Sachlage zu kennen, betrieben wird und unseren Soldaten, die in Lebensgefahr ihren Einsatz ausüben, nicht eine Sekunde das Gefühl geben, dass die Bevölkerung hinter ihnen steht, was sie dank meist einseitiger Berichterstattung auch kaum kann.

Dennoch möchte ich gerne einen Buchtipp aussprechen, der sich eventuell lohnen dürfte und einen genaueren Einblick in den Alltag der Soldaten im Auslandseinsatz bietet. Ungeschönt und sicherlich auch einseitig aus dem Blick eines bis vor kurzem dort stationierten Nachrichtenoffiziers.

Das Buch „Unter Beschuss“ erscheint in dieser Woche im Econ-Verlag. Geschrieben wurde es von Marc Lindemann, der für die Gewinnung und Aufbereitung sicherheitsrelevanter Informationen zuständig war, Lageberichte schrieb und in engem Kontakt zur afghanischen Bevölkerung sowie zu befreundeten Streitkräften und Geheimdiensten stand.

“Unter Beschuss: Warum Deutschland in Afghanistan scheitert”
– Marc Lindemann, Econ-Verlag, 18.95 Euro

In diesem Sinne – wegtreten. MkG Stefan.